Zwei fröhliche Männer vor gelbem Hintergrund in einem Büro

Produktivität

Die unerwarteten Vorteile eines Co‑working‑Bereichs

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Der größte Vorteil von Co-working-Bereichen ist, dass Sie die Umgebung wählen können, die am besten zu Ihnen passt, findet Matthew Jenkin. Das ist aber noch nicht alles. Es gibt weitere Möglichkeit, die Vorteile bestmöglich zu nutzen.

 

Ob Sie nun Gründer eines eigenen Unternehmens oder Mitarbeiter eines Großkonzerns sind, das Konzept des Co-working ist Ihnen sicher vertraut. Aber kennen Sie auch alle Vorteile, die diese Methode bietet? In diesem Artikel entdecken Sie die weniger offensichtlichen Vorteile Ihres Co-working-Bereichs und erfahren, wie Sie diese am besten für Ihre Zwecke nutzen können.

1. Den richtigen Co-working-Bereich auswählen

Um wirklich das Maximum aus Ihrem Co-working-Bereich herausholen zu können, müssen Sie zuallererst sichergehen, dass Sie den richtigen ausgewählt haben. Ihre Branche (kreativ oder technisch), Unternehmensform (selbstständig oder Zweigstelle) und persönlichen Vorlieben (z. B. Nähe zum Wohnort) sind allesamt wichtige Faktoren bei der Auswahl Ihres Arbeitsplatzes.

„Der Schlüssel ist, dass Sie einen Bereich auswählen, der zu Ihrer Arbeit passt“, empfiehlt Rochelle White, Inhaberin der Mode- und Kommunikationsagentur Rochelle White PR. Sie leitet ihr Unternehmen von einem Co-working-Bereich aus. „Wenn Sie zum Beispiel eine lebhafte und kreative Umgebung mit viel Trubel bevorzugen, sollten Sie Ihren Co-working-Bereich dementsprechend auswählen. Wenn Ihnen ein kleinerer und ruhigerer Rahmen lieber ist, dann suchen Sie danach. Ihre neue berufliche Heimat muss einfach zu Ihnen passen.“

„Es gibt zahllose Optionen“, fügt sie hinzu. „An Ihrem Arbeitsplatz sollten Sie auf im Idealfall auf Menschen treffen, von denen Sie lernen und mit denen Sie zusammenarbeiten können. Dadurch wird das Wachstum Ihres Unternehmens gefördert. Jeder steht mit seinem Unternehmen auf einer anderen Stufe. Solche Orte sind die ideale Umgebung für einen regen Austausch untereinander.“

2. Small Talk führen

Co-working ist Ihre Chance, Gleichgesinnte zu treffen und von ihnen zu lernen, ganz gleich, ob es um korrekte Buchführung, Ratschläge zum Abschalten in Pausen oder nur kleine Tipps und Tricks geht, die Ihnen den Alltag erleichtern.

Steve Pritchard, Gründer der Versicherungsvergleichswebsite Cuuver.com(1), sagt, dass er den gemeinsamen Arbeitsplatz mit anderen Unternehmen als hervorragende Möglichkeit zum Aufbau von Beziehungen empfindet. Er warnt jedoch davor, sich aufzudrängen.

„Es kann etwas unangenehm sein, wenn Sie zum ersten Mal einen Co-working-Bereich betreten“, erklärt er. „Nicht alle Anwesenden möchten sich unterhalten. Einige Leute sind vor allem zum Arbeiten dort und betrachten es nicht als Plattform zum persönlichen oder beruflichen Networking.“ Daher ist Small Talk der beste Weg, um vorzufühlen, wer überhaupt daran interessiert ist, eine berufliche Beziehung aufzubauen, die über das Teilen eines Arbeitsplatzes hinausgeht.

„Sobald man sich nach ein paar Wochen etwas kennengelernt hat, entwickeln sich angenehmere und weniger förmliche Gespräche mit den Kollegen und Sie können Tipps und Anekdoten austauschen, die sich für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens als sehr nützlich erweisen können.“

Büroausstattung im Stile von Airfix-Modellbausätzen

Es kommt darauf an, was Sie aus Ihrem Co-working-Bereich machen. Holen Sie daher das Maximum aus den sich bietenden Möglichkeiten heraus.

 

3. Verschiedene Arbeitsplätze im Co-working-Bereich ausprobieren

Die Zeiten, in denen Angestellte an ihren Büroplatz gefesselt waren, sind vorbei. Ein Co-working-Bereich bietet meist eine gewisse Flexibilität, sodass Sie sich je nach Art der Aufgabe an unterschiedliche Plätze setzen können. Sie können zwischen Konferenz- und Tagungsräumen, Außenbereichen und Cafés wählen und die Option aussuchen, die zu Ihrer Stimmung und Ihren Zielen passt.

„Mieten Sie kleine Suiten für Treffen mit Kunden oder suchen Sie sich einen ruhigen und kinderlosen Bereich für Kundentelefonate aus“, schreibt Ann Smarty(2).

4. Den Office Manager kennenlernen

Es ist ein klarer Vorteil, wenn Sie wissen, was jede Woche in Ihrem Co-working-Bereich vor sich geht. Einerseits ist es einfacher, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, andererseits entgehen Ihnen dann auch günstige Gelegenheiten für Networking und Wachstum. Freunden Sie sich mit dem Office Manager an (oder machen Sie sich zumindest über ein gelegentliches Kopfnicken hinaus mit ihm bekannt), um immer auf dem Laufenden zu bleiben. Er weiß nicht nur, welche anderen Unternehmen im Gebäude vertreten sind, sondern kann Sie auch über anstehende Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung informieren.

„Man kann die Rolle des Community Managers in einem Co-working-Bereich gar nicht hoch genug einschätzen“, schreibt der Co-working-Experte Yifu Huang(3). „Er oder sie begrüßt Neuankömmlinge mit einem freundlichen Lächeln, ist für die Organisation von Veranstaltungen verantwortlich, gestaltet die Arbeitsumgebung und kümmert sich um das Wohl der Anwesenden.“

Wichtig ist, dass Sie sich nicht aufdrängen oder als lästig empfunden werden, sondern vielmehr eine gewinnbringende Beziehung aufbauen. Machen Sie sich auch Gedanken darüber, was Sie anzubieten haben. Der Office Manager könnte beispielsweise den anderen Co-workern von Ihrem Unternehmen erzählen und Sie als Ideengeber weiterempfehlen.

5. Die richtige Ausstattung verwenden

Wenn Sie die Bequemlichkeit und Sicherheit Ihres normalen Büros verlassen, müssen Sie sich darüber Gedanken machen, welche Ausstattung Sie für Ihre Arbeit benötigen. Was brauchen Sie neben der Grundausrüstung aus Laptop und Telefon?

Sophie Pillipson startete HelloGrads(4), eine Hilfswebsite für Studenten und Absolventen, im Dezember 2016 und mietet seitdem einen festen Platz in einem Co-working-Bereich. Sie benennt eine Festplatte als ihren wichtigsten Ausrüstungsgegenstand, da in ihrem Geschäft tagtäglich gewaltige Datenmengen anfallen, darunter Videointerviews und Grafiken. „Wenn ich meinen Laptop verlieren würde und keine Sicherheitskopien hätte, hätte ich ein riesiges Problem, weil jahrelange Arbeit in den Daten steckt. Ich wäre also völlig aufgeschmissen“, gibt sie zu.

Außerdem empfiehlt sie einen Laptopständer. „Ich hätte häufig mit Rückenschmerzen und Haltungsproblemen zu kämpfen, weil ich in verschiedenen Cafés mit unterschiedlichen Tischhöhen, Stühlen und manchmal sogar mit dem Laptop auf dem Schoß gearbeitet habe“, blickt sie zurück. „Ein Laptopständer hilft da wirklich weiter.“

Kopfhörer gehören ebenfalls zum Grundbedarf. Mit ihnen können Sie sich auch auf die Arbeit konzentrieren, wenn es um Sie herum hektischer und lauter wird. Achten Sie darauf, dass die Kopfhörer schallisolierend sind, damit Sie Umgebungsgeräusche auch ausblenden können, ohne Musik einzuschalten.

6. Gelegentlich Auszeiten nehmen

Auch wenn es widersprüchlich klingt, manchmal profitieren Sie am meisten von Ihrem Co-working-Bereich, wenn Sie ihn nicht ununterbrochen nutzen. Möglicherweise erledigen Sie kreative Aufgaben lieber im Co-working-Bereich als administrative Aufgaben oder umgekehrt. Wenn Ihr Unternehmen einen Hauptsitz hat, möchten Sie vielleicht auch hin und wieder dort präsent sein, um beispielsweise Ihre Kollegen persönlich zu treffen.

In einem Artikel für Entrepreneur(5) erklärt Araminta Sheridan, Gründerin von Araminta Marketing, wie sie das richtige Gleichgewicht findet: „Wir arbeiten drei Tage pro Woche im Büro, bzw. in der Wohnung, die wir als Büro nutzen, einen Tag in einem Co-working-Bereich und einen Tag im Home Office. Auf diese Weise profitieren wir von den Vorteilen aller drei Arbeitsumgebungen.“

 


Matthew Jenkin ist ein im Vereinigten Königreich ansässiger Journalist und ehemaliger Redakteur von Guardian Careers, dem Online-Portal rund ums Thema Arbeit der britischen Tageszeitung The Guardian.

Quellen:

(1) http://www.cuuver.com/

(2) https://www.entrepreneur.com/article/287882

(3) https://www.coworkingresources.org/blog/community-manager

(4) https://hellograds.com/

(5) https://www.entrepreneur.com/article/309197